Fakten

Dichtheitsprüfung ist zu geringen Kosten möglich

Die Dichtigkeitsprüfung ist zu geringen Kosten möglich: Genannt werden wenige hundert Euro je Haushalt für die Prüfung.

 

Wie hoch die Kosten für eine Prüfungs- und Sanierungsmaßnahme sind, hängt von vielen Faktoren ab. Beispiele, die mir aus Bekanntenkreis und Presse vorliegen, kommen auf mehrere tausend Euro. So hat die Gemeinde Niederzier ein Paket geschnürt für die Prüfung der öffentlichen Kanäle und die Sanierung der privaten Abwasserleitungen im öffentlichen Bereich - also zwischen Straße und Grundstücksgrenze.. Die Maßnahme kostete 2.850 Euro und hätte laut Bürgermeister sonst leicht auf 10.000 Euro  kommen können ( http://www.an-online.de/ vom 11.12.2009 ). Auf derartige Beträge muss sich letztlich jeder Bürger einstellen. Und darin enthalten waren nicht einmal die Prüfung der privaten Grundleitungen, geschweige denn deren Sanierung. Die Umsatzerwartung der Branche steht tatsächlich in krassem Gegensatz zu den Aussagen unserer Politiker. So heißt es auf der Seite eines Fachbetriebs:

“... 22. Wie groß ist das Umsatzpotenzial pro Dichtheitsprüfung?
Beispielhaft hier ein Objekt mit ca. 20 m Leitungen:
Spülen und Reinigen der Leitung mit ca. 400-700 Euro. Dazu addiert sich die Sichtprüfung mit Kamerabefahrung mit ebenfalls ca. 400-700 Euro. Die Dichtheitsprüfung schlägt mit ca. 350-500 Euro zu Buche. Macht also im Durchschnitt pro Dichtheitsprüfung zwischen 1150–1900 Euro. ... ”

So kam die RWTH 2004 in einer Pilotstudie in Köln unter Idealbedingungen auf fast 900 Euro je Hausanschluss zzgl. fast 600 Euro an Verwaltungsaufwänden, die im Ernstfall sicher der Bürger zu tragen hat. Hierbei hatten alle beteiligten Firmen und die Verwaltung ein enormes Interesse daran, die Kosten niedrig zu halten. Das wird nicht so bleiben. Darüber hinaus wurde in fast allen Fällen Sanierungsbedarf festgestellt - ein für die Betroffenen katastrophales Ergebnis. Und dabei zeigte sich hier in Köln-Höhenhaus besonders drastisch die Sinnlosigkeit der Maßnahmen: Die Grundwasserqualität war vor und nach den teuren Sanierungen tadellos und sie zeigte keinerlei Veränderung.

Denn spätestens eine Sanierung, die unter Umweltgesichtspunkten in aller Regel sinnlos ist, wird viele Eigenheimbesitzer ruinieren. Wie teuer das wird, zeigt exemplarisch das Beispiel in Billerbeck (S. 26) mit bis zu 27.000 Euro, und das ist sicher noch nicht die Spitze der Kostenlawine. Die wird im hohen 6-stelligen Bereich liegen, wie ein anderes Beispiel zeigt, bei dem das Aufgraben eines ganzen Leitungssystems notwendig wurde. Zudem gibt es kein grabenloses Verfahren, für das eine Fachfirma langfristige Garantien übernimmt. Im Gegenteil gibt man Kunden gegenüber zu, dass Inliner vielleicht 10 Jahre halten. Danach ist damit zu rechnen, dass diese sich ablösen und zu Verstopfungen führen, die dann tatsächlich das Aufstemmen von Kellerböden notwendig machen. Fachfirmen gewähren üblicherweise eine Garantie von 5 Jahren. Das Schadenpotential für NRW nimmt damit katastrophale Dimensionen an.

Für jeden Einzelnen ist es eine Lotterie, bei der er nur verlieren kann: Wenn er Glück hat, bleibt es bei den Prüfungskosten. Wenn nicht, dann kann er sich für viele Jahre auf einer Baustelle einrichten, die für ihn und seine Familie vielleicht nie wieder ein lebenswertes Heim sein wird. Und der ganze Nervenkitzel wiederholt sich alle 20 Jahre.

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